Über die Bundesfachstelle

Während die Literatur über den Rechtsextremismus ganze Bücherregale füllt, steht nach wie vor eine wissenschaftlich fundierte »Ethnologie« aktueller Phänomene linker Militanz aus. Aktuelle Strukturen, Ideologeme, Debatten, aber auch Radikalisierungs- und Eskalationsdynamiken im Feld sich als linksradikal verstehender Gruppierungen wurden bisher allenfalls rudimentär wissenschaftlich ausgeleuchtet.

Ausgehend von derartigen Befunden nahm die zum 1. Juli 2017 am Institut für Demokratieforschung der Georg-August-Universität Göttingen eingerichtete Bundesfachstelle ihre Arbeit auf. Dabei mussten wir feststellen, dass das Forschungsfeld einerseits schwer zugänglich ist, da Akteur*innen kein Interesse an einer wie auch immer gearteten »Kooperation« verspüren, und es andererseits sowohl wissenschaftlich als auch politisch außerordentlich polarisiert.

Die Bundesfachstelle Linke Militanz wird im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit« vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Mit Beginn der neuen Förderperiode fungieren wir seit Januar 2020 als Kompetenzzentrum.

Unsere Arbeit umfasst sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung und politische Bildung sowie der Vernetzung und den Austausch mit den bundesweit verteilten Modellprojekten des Phänomenbereiches.