Fachtagung in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung

13. – 14. November 2019
Bamberg, Welcome Kongresshotel

Seit Jahrzehnten werden in der radikalen Linken immer wieder aufs
Neue Debatten um die adäquate Form politischen Handelns geführt, um
Gesellschaft und Staat in ihrem Sinne zu verändern. Dabei betonten
manche Protagonisten, im »Widerstand gegen die herrschenden
Verhältnisse« dürfe man sich in der Wahl seiner Mittel nicht beschränken
lassen, »der Kampf« müsse vielmehr auch »militant« geführt werden.
Militanz, so lässt sich aus diversen Szenediskussionen und aus der
Praxis folgern, meint dabei nicht nur ein spezifisches Selbstverständnis,
ein charakteristisches Auftreten und typische Verhaltensweisen. Sie
besteht auch in der Legitimierung von Gewalt – gegen Sachen, gegen
Menschen – als Mittel der politischen Auseinandersetzung. Einerseits.
Andererseits wird Gewalt im Rahmen von Demonstrationen häufig
nicht von langer Hand geplant, sondern entsteht aus der Dynamik des
jeweiligen Momentes heraus.
Doch wann lässt sich von politischer Militanz sprechen? Und wann ist
das Attribut »links« gerechtfertigt? Sind »linke Militante« diejenigen,
die etwa auf der Online-Plattform »Indymedia« Bekennerschreiben
einstellen, in denen sie sich rühmen, bei dem Apartment eines
Immobilienbesitzers die Scheiben eingeschlagen oder den PKW einer
Autovermietung
angezündet zu haben? Oder muss der Begriff, der ja auf
eine Eigenbezeichnung zurückgeht, weiter gefasst werden?
Die Fachtagung führt in das Thema Linke Militanz ein und blickt zugleich
zurück auf seine Entstehung und Entwicklung. Sie skizziert weiterhin
das Phänomen politischer Gewalt, fragt nach den Motiven der
Hinwendung, Begründungsmuster und die Rolle von »Militanten« auf
Demonstrationen. Sie schaut auf spezifische Themen sowie den
Stellenwert Sozialer Medien für dieses Feld. Schließlich werden
verschiedene Projekte aus dem Spektrum phänomenbezogener
Konzepte der politischen Bildungs- und Präventionsarbeit vorgestellt.

Programm

Tagungsdokumentation der bpb

Stimmen zur Tagung