Vorstellung und Diskussion des Workshops »Politischer Protest am Beispiel der 68er-Bewegung« am 7. Dezember 2020

 

»Politischer Protest am Beispiel der 68er-Bewegung« ist der Titel eines pädagogischen Workshop-Konzepts, das 2019 von der Bundesfachstelle Linke Militanz entwickelt und in einer Pilotphase mit Schüler*innen des 11. Jahrgangs verschiedener Schulen in Göttingen und Umgebung durchgeführt wurde. Der inhaltliche Schwerpunkt des Workshops liegt dabei auf der heutigen Sicht auf die so genannte 68er Bewegung sowie auf der Rolle, die Protest in unserer Gesellschaft damals wie heute einnimmt. Neben der Thematisierung unterschiedlicher Formen von Protest werden die Schülerinnen und Schüler während der Teilnahme am Workshop dazu angeregt, die thematisierten Protestformen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, Möglichkeiten und Grenzen zu reflektieren und schließlich zu bewerten.

Seit Sommer 2020 liegt das ausgearbeitete Workshop-Konzept in Form einer Handreichung vor. In die Finalisierung des Konzepts flossen auch die Ergebnisse einer durchgeführten Lehrkräftebefragung mit ein. Zudem wurden bei der Fertigstellung die Rückmeldungen der Expert*innen berücksichtigt, die im Herbst 2019 –  zum Zwecke der Reflexion und Diskussion des damals noch in der Entwicklung befindlichen Workshops – an einem, von der Bundesfachstelle organisierten Fachaustausch teilnahmen. Auf der Website der Bundesfachstelle kann die Handreichung zum Workshop für den eigenständigen Einsatz im Unterricht und außerschulischen Bildungsbereich kostenlos heruntergeladen werden.

Die Fertigstellung des Konzepts und die Veröffentlichung der dazugehörigen Handreichung nahm die Bundesfachstelle zum Anlass, auch in diesem Jahr am 7. Dezember 2020 einen digitalen Fachaustausch zu veranstalten, in dessen Rahmen rund 20 Akteur*innen aus dem Themenfeld Linke Militanz und andere Interessierte aus den Bereichen der politischen Bildungsarbeit, Wissenschaft und Justiz die Gelegenheit hatten, sowohl das zu Grunde liegende pädagogische Konzept des Workshops kennenzulernen als auch einige darin enthaltene Methoden selbst auszuprobieren und zu bewerten.

Ziel des fachlichen Austausches war es auch, grundlegende Ziele und Bedarfe in der pädagogischen und politischen Bildungs- und Präventionsarbeit im Bereich von Linker Militanz zu erörtern. Im Plenum, als auch in Kleingruppen nutzten die Teilnehmenden außerdem die Möglichkeit, die Arbeit der anderen Akteur*innen kennenzulernen und sich im Hinblick auf zukünftige Projekte in Wissenschaft und Bildungsarbeit im Bereich von Linker Militanz auszutauschen und zu vernetzen. Herausforderungen, Schwierigkeiten und damit auch zukünftige Ziele in der Arbeit der Bundesfachstelle und anderer Akteur*innen wurden kleingruppenübergreifend insbesondere im Zugang zur Zielgruppe, dem Mangel an empirischer Ursachenforschung zum Radikalisierungsprozess im linken Spektrum sowie in der sozialwissenschaftlichen Unschärfe der Begriffe Linke Militanz und Linksextremismus ausgemacht.

 

Für die Teilnahme aller Interessierten und den anregenden Austausch zu dem Workshop und zukünftigen Bildungsprojekten bedanken sich alle Mitarbeiter*innen der Bundesfachstelle Linke Militanz ganz herzlich. Wir hoffen, auch im nächsten Jahr wieder einen Fachaustausch organisieren zu können – dann zu neuen Bildungsprojekten, an deren Konzeption die Bundesfachstelle zurzeit arbeitet!